Der Park

Das grüne Herz
des Viertels

Zwölf Hektar Wiesen, Wasser und hundertjährige Bäume mitten in Kiel: Der Schrevenpark gibt dem Kulturviertel seinen Namen – und seit über 120 Jahren seinen Mittelpunkt.

Der Schreventeich mit altem Baumbestand und Gründerzeitfassaden im Hintergrund
Der Schreventeich heute. Foto: Matthias Süßen, CC BY-SA 4.0

12 Hektar Parkanlage

1902 für die Öffentlichkeit eröffnet

120+ Jahre alter Baumbestand

0 – 24 Uhr geöffnet, ganzjährig

Die Geschichte

Vom Grafenteich zum Volkspark

Am Anfang war das Wasser: Der Schreventeich ist ein Kind der Eiszeit und lag einst weit vor den Toren der Stadt. Sein Name geht auf das Plattdeutsche zurück – „s grefens diek“, des Grafen Teich; 1796 taucht er erstmals hochdeutsch als „Schreventeich“ in den Akten auf.

Als Kiel um die Jahrhundertwende rasant wuchs, entstand rund um den Teich ein großbürgerliches Wohnquartier – und mit ihm der Park: 1900 bis 1902 nach einem Entwurf des Stadtgärtners Ferdinand Hurtzig angelegt, mit geschwungenen Wegen, Blumengärten und Bootsfahrten auf dem Teich. Viele der Bäume wurden 1901 von Kieler Bürgerinnen und Bürgern gestiftet. Am 26. Juli 1902 wurde die Anlage als Hohenzollernpark der Öffentlichkeit übergeben.

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Park stark zerstört und danach in vereinfachter Form wieder angelegt. Am 17. Dezember 1947 beschloss die Ratsversammlung einen neuen, alten Namen: Seither heißt der Park nach seinem Teich – Schrevenpark. Heute steht die Anlage auf der Liste der Kulturdenkmale.

Eiszeit Der Schreventeich entsteht als eiszeitliches Gewässer.
1796 Erste hochdeutsche Erwähnung als „Schreventeich“.
1900–02 Anlage des Parks durch Stadtgärtner Ferdinand Hurtzig.
26.07.1902 Eröffnung als Hohenzollernpark.
1911/1926 Rosengarten mit der Skulptur „Die Schlummernde“.
1939–45 Starke Zerstörungen, danach vereinfachter Wiederaufbau.
17.12.1947 Umbenennung in Schrevenpark.
Heute Kulturdenkmal – und Mittelpunkt des Kulturviertels.
Luftaufnahme des Schrevenparks mit Schreventeich, rechts der Knooper Weg mit der Muthesius Kunsthochschule
Der Park von oben – rechts der Knooper Weg mit der Muthesius Kunsthochschule, mittendrin das Kulturviertel. Foto: Ichwarsnur, CC BY-SA 4.0

Um 1900

Der Park auf alten Postkarten

Aufnahmen aus den ersten Jahren des Parks – aus dem Fotoarchiv des Kieler Stadtarchivs, alle gemeinfrei.

Historische Aufnahme: Blick über den Schreventeich zur Goethestraße, um 1900
Blick über den Teich zur Goethestraße, um 1900. Foto: Wilhelm Jacobsen
Historische Aufnahme: Blickrichtung Schillerstraße mit der Lutherkirche im Hintergrund, um 1900
Blick Richtung Schillerstraße, hinten die Lutherkirche, um 1900. Foto: Hermann Edlefsen
Historische Aufnahme: Blick über den Schreventeich zur Schillerstraße Ecke Herderstraße, um 1900
Zur Schillerstraße, Ecke Herderstraße, um 1900. Foto: Ottmar Zieher
Historische Aufnahme: Blick über den Schreventeich zur Goethestraße Ecke Sternstraße, um 1905
Zur Goethestraße, Ecke Sternstraße, um 1905. Foto: Ottmar Zieher
Historische Aufnahme: Goethestraße Ecke Klopstockstraße mit dem Parksanatorium, um 1905
Ecke Klopstockstraße, links das Parksanatorium, um 1905. Foto: Hermann Edlefsen
Historische Aufnahme: Blick über den Schreventeich zur Goethestraße Ecke Lessingplatz, um 1905
Zur Goethestraße, Ecke Lessingplatz, um 1905. Foto: Wilhelm Jacobsen

Alle Aufnahmen: Fotoarchiv des Stadtarchivs Kiel, Nutzungsrechte: gemeinfrei.

Mitte des Jahrhunderts

Parkleben in Schwarz-Weiß

Rodeln, Möwenfüttern, Kronenkraniche am Teich: Szenen aus den Nachkriegsjahrzehnten, festgehalten vom Kieler Stadtfotografen Friedrich Magnussen.

Historische Aufnahme: Kinder beim Rodeln im verschneiten Schrevenpark
Kinder beim Rodeln im Winter. Foto: Friedrich Magnussen, Stadtarchiv Kiel, CC BY-SA 3.0 DE
Historische Aufnahme: Kronenkraniche im Schrevenpark
Kronenkraniche im Wasservogel-Gehege. Foto: Friedrich Magnussen, Stadtarchiv Kiel, CC BY-SA 3.0 DE
Historische Aufnahme: Möwenfüttern am Schreventeich
Möwenfüttern am Teich. Foto: Friedrich Magnussen, Stadtarchiv Kiel, CC BY-SA 3.0 DE

Schwarz-Weiß-Aufnahmen: Friedrich Magnussen, Stadtarchiv Kiel, Lizenz CC BY-SA 3.0 DE, via Wikimedia Commons.

Heute

Ein Park für alle

Umrahmt von Gründerzeitfassaden ist der Schrevenpark heute Kiels grüne Oase – und für jede und jeden etwas anderes:

Fußweg unter alten Bäumen im Schrevenpark Natur

Alte Bäume, buntes Laub

Über hundertjähriger Baumbestand, darunter Persische Eiche und Schlitzblättrige Buche. Im Herbst färben sich die Blätter der außereuropäischen Arten besonders bunt. Am Teich: Trauerweiden, Holzstege – und eines der größten Freigehege für Wasservögel in Deutschland.

Gefülltes Planschbecken im Schrevenpark Leben

Wiese, Grill & Spielplatz

Die große Wiese ist im Sommer Treffpunkt zum Grillen, Picknicken und für Slacklines; dazu Spielplatz, Planschbecken und Wege zum Joggen und Spazieren rund um den Teich. Das Café Castello an der Ostseite versorgt alle – der Park ist rund um die Uhr offen.

Die Skulptur „Die Schlummernde“ im Rosengarten des Schrevenparks Kunst

Rosengarten & Denkmal

Im Rosengarten ruht seit über hundert Jahren die Skulptur „Die Schlummernde“ (1911/1926) – wie der Park selbst ein eingetragenes Kulturdenkmal. Über die Grüntangente Nord geht es weiter zum Alten Botanischen Garten.

Quellen

Farbfotos: Matthias Süßen, Ichwarsnur, Michael Brandtner, Siegbert Brey und Rüdiger Stehn, Lizenzen CC BY-SA 4.0 / CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons.

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